
Ist es sicher, in deinem Körper zu sein?
Dein Körper ist dein Zuhause für dieses Leben — der Ort, durch den du Verbindung, Empfindung, Nähe und Bedeutung erlebst. Durch seine Signale und seine Sprache gibt er dir kontinuierlich Auskunft darüber, was du brauchst und was wichtig ist für dich.
Und doch haben viele von uns gelernt, vor allem im Kopf zu leben — zu funktionieren, zu analysieren, uns „zusammenzureißen“ — während wir allmählich den Kontakt zu dem verlieren, was wir tatsächlich fühlen. In einer Welt, die Leistung über Präsenz stellt, kann diese Entfremdung dazu führen, dass wir uns zerstreut, überwältigt oder irgendwie weit von unserem Zentrum entfernt fühlen.
Somatische Arbeit lädt dazu ein, zurückzukehren, innezuhalten und wieder Kontakt zur eigenen Erfahrung aufzunehmen — zu lernen, Körper, Geist und Gefühle miteinander statt gegeneinander arbeiten zu lassen.
Dein Körper ist kein Problem, das gelöst werden muss — er ist deine größte Ressource.
Ich bin in der Nähe von Bielefeld aufgewachsen, als Tochter polnischer Migranten.
Mein Weg in die Körperarbeit begann mit Bewegung. Mit etwa sechzehn Jahren entdeckte ich den Tanz — vor allem African Contemporary Dance, aber auch andere Stile. Seitdem ist Tanz eine meiner größten Leidenschaften und eine der bedeutsamsten Formen, mich auszudrücken.
Mit neunzehn Jahren lebte ich ein Jahr in Thailand, wo ich mich unter anderem der Kunst der Thaimassage widmete. Nach meinem Umzug nach Berlin erweiterte ich meine Praxis kontinuierlich durch Ausbildungen in Tiefengewebsmassage, Prä- und Postnataler Massage, Rebozo-Techniken, Reiki, somatische Körperarbeit und traumainformierten Ansätzen.
Mit der Zeit haben sich diese Einflüsse zu meinem eigenen Stil der Körperarbeit verwoben – einer ganzheitlichen Arbeit, die körperliche Spannungen löst und zugleich Raum für emotionale Integration, energetische Ausgeglichenheit und eine tiefere Verbindung zu dir selbst eröffnet. Meine Arbeit gründet auf Präsenz, achtsamem Zuhören und intuitiver Berührung. Dabei begegne ich jedem Menschen in seiner Ganzheit – nicht nur seinen Symptomen, sondern auch den Geschichten, Ressourcen und Potenzialen, die er in sich trägt.
Parallel zu diesem praktischen Weg habe ich einen Bachelor in Kulturwissenschaft und Europäischer Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und einen Master in Sozial- und Kulturanthropologie an der Freien Universität Berlin abgeschlossen. Im Studium hat mich dieselbe Frage geleitet, die ich auch im Behandlungsraum erforsche:
Wie trägt der Körper Kultur, soziales Verhalten und gelebte Erfahrung in sich?
Ich bin und bleibe Lernende – und empfinde es als großes Geschenk, von den Menschen zu lernen, die meinen Weg inspiriert haben. Einige meiner Lehrer*innen und Wegbegleiter*innen sind hier aufgeführt. Ich kann von Herzen empfehlen, ihre Arbeit selbst zu erfahren oder bei ihnen zu lernen.


Für meine Masterarbeit in Sozial- und Kulturanthropologie tauchte ich im Rahmen einer ethnografischen Forschung in eine Berliner Tanz-Community ein, die ihren Ursprung in der queeren Clubkultur, der Gaga-Movement-Language und gemeinschaftsbasierten Bewegungspraktiken hat. Mich interessierte, wie diese Tanzräume als moderne urbane Rituale wirken und welche Formen von Transformation Menschen durch sie erleben.
Im Zentrum meiner Forschung stand die Frage, wie gesellschaftliche Normen und Machtverhältnisse sich in unseren Körpern einschreiben – und wie Bewegung zu einem Raum werden kann, in dem wir Begrenzungen hinterfragen, neue Ausdrucksformen erproben und ein tieferes Gefühl von Zugehörigkeit entwickeln. Die Kollektivität der Praxis ermöglicht es Teilnehmer*innen, sich von der Gemeinschaft getragen und unterstützt zu fühlen, während sie im eigenen vulnerablen Ausdruck gesehen, bezeugt und gefeiert werden.
Die Perspektiven, die ich während meiner Forschung entwickelt habe, prägen meine Arbeit bis heute. Sie nähren meine Neugier für die Geschichten der Menschen, denen ich begegne. Sie schärfen mein Bewusstsein dafür, wie die Welten, in denen wir aufgewachsen sind, in unseren Körpern weiterleben. Und sie vertiefen mein Verständnis dafür, dass Heilung immer auch im Miteinander geschieht und keine rein individuelle Angelegenheit ist.
Unsere Erfahrungen, Beziehungen und gesellschaftlichen Prägungen hinterlassen Spuren in uns – und zugleich haben wir die Fähigkeit, diese Muster zu verändern. Wenn wir beginnen, uns anders zu bewegen, auszudrücken und aufeinander zu beziehen, kann sich auch die soziale Landschaft, die wir in uns tragen, wandeln. Das gilt im Behandlungsraum ebenso wie auf dem Dancefloor.
Jede*r von uns trägt eine einzigartige Geschichte in sich – geprägt von Herkunft, Erlebtem, Erlerntem und Verlorenem, ebenso wie von dem, wonach wir uns sehnen. In ihr spiegeln sich unsere Verletzlichkeit und unsere Widerstandskraft, unsere Fragen und das, was bereits im Werden ist.
Als Anthropologin haben mich die vielfältigen Geschichten von Gemeinschaften und Kulturen schon immer interessiert. Was macht uns menschlich? Was prägt unser Sein? Und was verbindet uns jenseits unserer Unterschiede?
Als Somatic Practitioner lausche ich deiner Geschichte auf mehreren Ebenen – nicht nur der, die in Worten erzählt wird, sondern auch der, die in deinem Körper lebt: in Empfindungen, wiederkehrenden Mustern und in der Art, wie du dir selbst und der Welt begegnest. Was macht dich aus? Wo gibt es in dir das Bedürfnis nach mehr Ausdruck, mehr Raum oder mehr Verbindung zu deiner eigenen Wahrheit?
Manche Geschichten fühlen sich (noch) nicht sicher genug an, um erzählt zu werden. Und doch liegen gerade in diesen feinen, oft verborgenen Bereichen unsere tiefste Lebendigkeit, Echtheit und Stärke. Meine Aufgabe ist es, dich mit Aufmerksamkeit und Sorgfalt zu begleiten – und das zu bezeugen, was gesehen, gehört und integriert werden möchte. Was lange im Verborgenen lag, kann Orientierung werden. Und das, was still war, kann eine eigene Stimme finden.
Einige der Praktiken, die Teil meiner Arbeit sind, stammen aus kulturellen Kontexten, in denen ich nicht aufgewachsen bin. Dazu gehören unter anderem die Rebozo-Technik aus Mexiko, Thai-Yoga-Massage sowie afrikanische Tänze.
Ich bin dankbar, von diesen Praktiken und den Menschen, die sie bewahren und weitergeben, lernen zu dürfen. Ebenso empfinde ich es als Privileg, reisen zu können, in verschiedenen Gemeinschaften willkommen zu sein und mein Verständnis der Welt durch diese Begegnungen zu erweitern.
Ich bemühe mich, diesen Traditionen mit Respekt, Bescheidenheit und einem kontinuierlichen Bewusstsein für ihre Herkunft zu begegnen. Ich kann sie nicht als meine eigenen beanspruchen, möchte aber die Linien und Gemeinschaften würdigen, aus denen sie hervorgegangen sind.
Wenn ich diese Praktiken weitergebe oder praktiziere, geschieht dies im Geiste dessen, wofür sie seit jeher stehen: zur Förderung von Wohlbefinden, Verbindung, Heilung und einer tieferen Beziehung zu uns selbst und zueinander. Berührung, Bewegung, Ritual und das Erzählen von Geschichten waren schon immer zentrale Formen menschlicher Fürsorge – über Kulturen und Zeiten hinweg, lange vor unserer heutigen Zeit.
Ich verstehe mich dabei als Lernende dieser Traditionen, nicht als ihre Eigentümerin.
